- Autor:innen: I.Schneider
- Layout: I.Schneider
- Veröffentlicht: Mai 2026
- Kategorie: Lieblingsort
Heimatstadt Jaroslawl
Am malerischen Zusammenfluss von Wolga und Kotorosl (Bild 1) liegt das historische Herz von Jaroslawl, zurecht ein UNESCO-Weltkulturerbe. An dessen Spitze steht ein Denkmal, die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale, das dem tausendjährigen Stadtjubiläum gewidmet ist (Bild 5)
Jaroslawl wurde 1010 von Fürst Jaroslaw dem Weisen gegründet, einem der am meisten verehrten Herrscher Russlands. Sie ist eine Großstadt mit 591.486 Einwohnern und liegt an der Mündung des Flusses Kotorosl in die Wolga im europäischen Teil des Landes, 282 Kilometer nordöstlich von Moskau.
Jaroslawl, das im September 2010 sein 1000-jähriges Bestehen feierte, gehört zu den ältesten Städten Zentralrusslands. Im Mittelalter war Jaroslawl die Hauptstadt eines Fürstentums, Anfang des 17. Jahrhunderts war es für einige Monate Hauptstadt des russischen Zarentums, und vor der Gründung Sankt Petersburgs galt Jaroslawl als zweitgrößte russische Stadt. Heute ist die Stadt ein beliebtes Touristenzentrum und wird zum Goldenen Ring Russlands gezählt, einer Gruppe altrussischer Städte nordöstlich von Moskau.
1010 legte der Kiewer Fürst Jaroslaw der Weise an der Mündung der Kotorosl exakt an der Stelle einer slawischen Ansiedlung eine Festung an und nannte sie sich selbst zu Ehren „Jaroslawl“. Zu dieser Gründung existiert die folgende Legende.Die Stelle an der Mündung der Kotorosl in die Wolga, in deren Nähe sich heute das historische Zentrum Jaroslawls befindet, wies für die damaligen Verhältnisse eine überaus günstige Lage auf. Der Handel wurde mangels Festlandstraßen fast ausschließlich auf Wasserwegen betrieben, und die Wolga galt dabei als eine der wichtigsten Routen. Entsprechend häufig waren auch Raubüberfälle auf Handelsschiffe. Einmal soll Jaroslaw der Weise, der mit seiner Gefolgschaft gerade die Kotorosl-Mündung passierte, Zeuge eines solchen Überfalls gewesen sein, der von den dort ansässigen Heiden verübt wurde.
Der Legende nach setzte sich Jaroslaw für die überfallenen Kaufleute ein und besiegte die Heiden. Er nahm diesen das Versprechen ab, nie wieder Schiffe zu überfallen, und versuchte sie zum Christentum zu bekehren. Diese lehnten es jedoch ab, und als Jaroslaw kurze Zeit später die Siedlung mit Missionaren wieder aufsuchte, ließen die erbosten Heiden eine Bärin auf Jaroslaw los. Dieser schaffte es jedoch, das mächtige Tier mit einer Streitaxt zu töten. (Das Motiv eines Bären mit einer Axt auf der Schulter wird jedes Jahr im Park „Strelka“, wo Kotorosl in die Wolga einmündet, aus Blumen gepflanzt). Daraufhin gaben die Heiden auf und unterwarfen sich Jaroslaw. Dieser ließ den Ort an der Kotorosl-Mündung weihen und stiftete dort eine Kirche. Wenig später ließ Jaroslaw, der um die strategisch günstige Lage des Ortes wusste, dort eine Festung aufbauen. Anhand historischer Urkunden, die das Wirken Jaroslaw des Weisen beschreiben, wird angenommen, dass dessen vermeintlicher Kampf gegen den Bären und somit die Stadtgründung Jaroslawls im Jahr 1010 geschah. Ein Monument von Jaroslaw der Weisen wurde von einem Kreativteam unter der Leitung des Bildhauers Oleg Komov geschaffen und 1993 installiert. Die Figur von Jaroslaw dem Weisen wurde auf dem Dreikönigsplatz aufgestellt. In seinen Händen hält der Großherzog ein Schwert und ein Modell der Stadt. Auf dem Sockel ist das geprägte Wappen von Jaroslawl angebracht. (Bild 2)
In Jaroslawl gibt es eine große Anzahl an Kirchen und mehrere Klöster. Sollten Sie einmal dort sein, besichtigen Sie unbedingt das Staatliche Jaroslawler Museumsreservat. Diese große Festung an einem steilen Ufer des Flusses mag wie ein Kreml aussehen, aber es handelt sich um das ehemalige Verklärungskloster aus dem 13. Jahrhundert. 1865 wurde es in ein Museum umgewandelt. Betreten Sie auch die Heiligen Tore der Verklärungskathedrale, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Sie ist das älteste Gebäude in Jaroslawl und bis heute unversehrt geblieben. Eine große Sammlung von Ikonen ist in den Kammern zu sehen, und es gibt auch eine Ausstellung, die der Geschichte der Region und dem Hauptwerk der alten russischen Literatur gewidmet ist – „Igorlied“. Die Kirche des Propheten Ilja (Bild 4) ist eine großartige Sehenswürdigkeit. Der Legende nach gründete Jaroslaw der Weise hier die erste Kirche zu Ehren des Propheten Ilja. Die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale (Bild 5) ist heutzutage die wichtigste der Stadt, auch wenn es sich dabei nur um ein Replikat handelt, das anlässlich des 1.000-jährigen Jubiläums von Jaroslawl im Jahr 2010 gebaut wurde.
Schwerpunktmäßig ist die Stadt durch ihre Architektur bekannt, weist jedoch auch ein nicht zu vernachlässigendes Angebot an kulturellen Attraktionen auf. In Jaroslawl werden viele historische Filme gedreht, weil die gut erhaltene Architektur mit ihren Kirchen und Klöstern eine ideale Kulisse bietet. Wer eine Reise nach Russland plant, sollte Jaroslawl auf jeden Fall einplanen – die Stadt ist absolut sehenswert!
Foto –––– © private Bilder I.Schneider aus dem Jahr 2013
Text –––– © Jaroslawl – Wikipedia
Text––––©https:\\de.rbth.com/reisen/82479-jaroslawl-hauptstadt-goldenen-ringes-russland